Der Jaguar E-Type entlockte bei seiner Premiere im Jahr 1961 sogar Enzo Ferrari ein seltenes Lob. Bis heute zählt dieser Sportwagen zu den schönsten Automobilen aller Zeiten. Allerdings kann man das originale Fahrverhalten natürlich nicht mit modernen Fahrzeugen vergleichen. Diesem Thema nimmt sich seit langer Zeit die Firma Eagle in Großbritannien an. Auf Restaurierungen mit eingeflochtenen Verbesserungen beim Fahrwerk und Antrieb folgte 2008 erstmals ein weitergehender Umbau. Der Eagle E-Type Speedster wurde spätestens durch seinen Auftritt in der TV-Sendung Top Gear weltberühmt. In den folgenden Jahren kamen weitere neue Varianten von Eagle hinzu, die neben Mehrleistung und Chassisverbesserungen auch deutliche Veränderungen an der Karosserie aufzeigten. Das neueste Projekt ist nun der Eagle E-Type Lightweight GTR, bei dem auf Kundenwunsch erstmals der Versuch unternommen wurde, die 1.000-Kilogramm-Marke zu unterschreiten.
Die Liebe zum Detail, die bei Eagle normalerweise an den Tag gelegt wird, wurde hier also auf die Probe gestellt, letztlich aber einfach in die vom Kunden gewünschte Richtung eingesetzt. So bestehen viele Bestandteile des Fahrwerks und Chassis aus Leichtmetallen wie Titan und Magnesium. Federn und Dämpfer stammen von Öhlins, die Carbon-Keramik-Bremsanlage von AP Racing. Die Schrauben wurden soweit gekürzt, dass es keine überflüssigen Windungen mehr gibt und im Interieur entfielen die typische Verkleidung des Mitteltunnels und die Mittelkonsole unter dem Armaturenbrett. Trotzdem muss der neue Besitzer nicht auf Annehmlichkeiten wie eine Klimaanlage oder ein induktives Ladegerät für Smartphones verzichten. Letzteres ist so auf dem Mitteltunnel befestigt, dass das Handy auch als Navigationsgerät Verwendung finden kann.
Der Interessent, der Eagle zum Bau des Lightweight GTR brachte, wünschte sich einen Antipol zu modernen Supersportwagen, die für ihn über zuviele elektronische Helferlein, zu komplexe Technologie und vor allem viel zuviel Gewicht verfügen. Das Endergebnis des britischen E-Type-Experten kommt trocken auf 930 Kilogramm und selbst mit allen zur Fahrt nötigen Flüssigkeiten nur auf 975 Kilogramm. Mit anderen Worten ist der E-Type Lightweight GTR leichter als ein Mazda MX-5, wird aber gleichzeitig von einem 4,7 Liter großen Reihensechszylindermotor mit rund 380 PS angetrieben. Natürlich erhielt auch das Triebwerk diverse Modifikationen wie Titanpleuel und drei Doppelvergaser von Weber. Das Drehzahllimit konnte gegenüber dem Serienmotor um 500 auf nun 5.500 U/min angehoben werden, was Leistung und Soundkulisse zugute kommt.
Leider hat auch in diesem Fall Schönheit ihren Preis. Bereits eine normale Restaurierung kostet bei Eagle je nach Aufwand sechsstellige Beträge. Der Umbau eines Basisautos in einen Lightweight GTR – nachdem es zuvor von den Experten umfangreich analysiert und instand gesetzt wurde – liegt bei rund 1,13 Millionen Euro. Wer ein wenig mehr über das Fahrzeug wissen und zudem den unvergleichlichen Soundtrack genießen möchte, kann das folgende YouTube-Video von Harry Metcalfe ansehen:
Bilder: Eagle
Video: Harry’s Garage











