Im kommenden Jahr wird der Fünfzylindermotor von Audi 50 Jahre alt. Klingt unglaublich, ist aber Tatsache. Um das ungewöhnliche Triebwerk, das unter der technischen Leitung von Ferdinand Piëch entstand und 1976 erstmalig im Audi 100 zum Verkauf angeboten wurde, würdig zu ehren, taten sich 14 Auszubildende von Audi aus Neckarsulm zusammen und erstellten eine Konzeptstudie im Retrodesign. Bei der Entstehung der GT50 getauften Studie halfen die Ausbilder und Timo Engler, Leiter der Ausbildung für Fahrzeugtechnik, Logistik und Betriebswirtschaft am Standort Neckarsulm, maßgeblich mit.
Für die gesamten Arbeiten am GT50 vergingen lediglich sechs Monate. Optisch orientierte man sich klar an den beiden Rennfahrzeugen 200 Trans-Am und 90 IMSA GTO, die in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre den Fünfzylindersound in Kombination mit dem überlegenen quattro-Allradantrieb in den USA auf die Rennstrecken brachten. Die Karosserie des GT50 besteht aus lediglich sechs großen Teilen, die man aus glasfaserverstärktem Kunststoff erstellte. Sowohl der Formbau als auch die Feinarbeit an den Komponenten und die anschließende Lackierung übernahmen die Azubis.
Unter dem kantigen Design verbirgt sich ein komplett serienmäßiger Audi RS 3, der seine Karosserie jedoch komplett einbüßte. Selbst die Dachpartie mit Scheiben stammt nicht vom Spenderfahrzeug sondern von einem Audi 80 aus den 1980er Jahren. Auch das Interieur erhielt von den Auszubildenden eine umfangreiche Überarbeitung im Motorsportstil mit einem in zwei Wochen eigens angefertigtem Überrollkäfig und Fangnetzen vor den Fenstern.

Den RS 3 nahm man natürlich nicht zufällig als Basis. Hier werkelt der Fünfzylindermotor in seiner aktuellsten Ausbauform mit 2,5 Litern Hubraum und Benzindirekteinspritzung. Dank Turboaufladung stehen 400 PS und 500 Newtonmeter Drehmoment bereit. Fahrleistungen ermittelten die Azubis bisher nicht. Unseren Respekt für die tolle Umsetzung haben sie aber auf jeden Fall.
Bilder: Audi





