Speziell ältere Leser, die Formel-1-Rennen im Laufe der 1970er bis 1990er Jahre gesehen haben, kennen mit Sicherheit die französische Firma Ligier. Als Rennstall war man durchaus erfolgreich unterwegs, der letzte Sieg datiert aus dem Jahr 1996 in Monte Carlo. Nach dem Rückzug aus der Königsklasse des Motorsports konzentrierten sich die Franzosen auf zwei andere Geschäftszweige: Rennsportprototypen für die LM-Kategorien und Kleinstwagen für Menschen mit Beeinträchtigungen sowie Fahrer ab 16 Jahren (zumindest in vielen Ländern). Diese auch als ‚Rollermobile‘ bekannten Fahrzeuge haben wenig Motorleistung und eine begrenzte Höchstgeschwindigkeit. Umso erstaunlicher, dass nun zwei Journalisten mit dem aktuellen Modell JS50 eine Rekordrunde auf der Nürburgring-Nordschleife erzielten.
Der Ligier JS50 verfügt über einen 8 PS starken Dieselmotor und erreicht maximal 45 km/h Höchstgeschwindigkeit. Entsprechend ist die erzielte Rundenzeit auf der Nordschleife offiziell die langsamste aller Zeiten. Wo Sportwagen in knapp über 6 Minuten und Timo Bernhard im Porsche 919 Evo in 5:15 Minuten unterwegs waren, benötigte der Ligier 28 Minuten und 25,8 Sekunden. Damit überboten die beiden britischen Journalisten den bisherigen Rekord eines Trabant P50 um volle 12 Minuten. Dieser Rekord bestand tatsächlich seit 1960.
Das an den drei vor Ort gezeigten Fahrzeugen erstmals präsentierte ‚Ultimate Racing Experience‘-Paket könnte in naher Zukunft optional erhältlich sein. Es besteht aus einem sportiven Bodykit und leistungssteigernden Decals, deren Farbgebung im Zusammenspiel mit dem JS50 im Farbton blau ein wenig an die klassischen Formel-1-Renner von Ligier erinnert.
Bilder: Ligier Automotive







