Einer der weltweit bekanntesten Nachkriegssportwagen ist unzweifelhaft der nur 36-mal gebaute Ferrari 250 GTO. Ein Exemplar mit der Chassisnummer 3729 GT kommt am Samstag, den 17. Januar, bei Mecum in Kissimmee unter den Hammer und könnte einen neuen Rekordpreis erzielen. Es ist der einzige 250 GTO, der das Werk in Maranello in weißem Lack verließ. Bei Rennveranstaltungen saßen unter anderem berühmte Fahrer wie Mike Parkes, Jack Sears, Roy Salvadori oder Graham Hill hinter dem Steuer dieses Sportwagens. Eingesetzt wurde er vom britischen Rennteam rund um John Coombs.
Coombs war eigentlich als Jaguar-Vertragshändler bekannt und nutzte normalerweise auch die Fahrzeuge der Marke mit der Wildkatze im Logo für den Motorsport. Allerdings hielt er den ab 1961 angebotenen E-Type im Vergleich zu den Vorgängermodellen C-Type und D-Type für zu weichgespült. Daher bestellte er in Maranello diesen weißen 250 GTO, um den Entscheidern bei Jaguar ein wenig Feuer unter dem Hintern zu machen. Allerdings muss Herr Coombs auch in Italien über gute Kontakte verfügt haben, denn eigentlich wollte Enzo Ferrari alle Kundenversionen des 250 GTO ausschließlich in rot ausliefern lassen. So kam es auch zum bis heute gängigen Spitznamen dieses Autos: ‚Bianco Speciale‘. Nach wenigen Rennen der Saison 1962 verlieh Coombs den 250 GTO an Jaguar, wo das Auto bis ins Detail analysiert wurde. Die Erkenntnisse, die dabei gewonnen wurden, führten unmittelbar zum E-Type Lightweight, mit dem die Briten alsbald an den Start rollten. Einen solchen legte sich Coombs parallel zum GTO für die Saison 1963 zu, um beide Autos gegeneinander antreten zu lassen. Bei nationalen Rennen konnte der E-Type durchaus ebenbürtig mithalten. Bei internationalen Langstreckenrennen behielt jedoch der Ferrari eindeutig die Nase vorn.
Im August 1963 gelang Jack Sears mit dem fünften Platz insgesamt bei der Guards Trophy in Brands Hatch zugleich der erste Klassensieg für diesen 250 GTO. Sieben Jahre später kaufte Sears den Ferrari und behielt ihn für rund 30 Jahre in seinem Besitz. Ihm folgte der frühere Microsoft-Chef Jon Shirley, der den Sportwagen einer vorsichtigen Restaurierung unterzog. Der aktuelle Besitzer möchte sich nun im Rahmen der Mecum-Auktion im amerikanischen Kissimmee vom 250 GTO trennen. Man darf gespannt sein, ob und wenn ja zu welchem Preis der italienische Klassiker zugeschlagen wird.
Bilder: Mecum Auctions












