Ende der 2000er Jahre gab es bei Bugatti Überlegungen zu einer zweiten Baureihe parallel zum Veyron. Neben diesem Supersportwagen, der erstmalig die 400-km/h-Marke übertraf und mit mehr als 1.000 PS zu den Kunden rollte, sollte eine ultraluxuriöse Limousine das Portfolio erweitern. Auf dem Fahrgestell eines Bentley Arnage entstand 2009 eine Konzeptstudie, die vom W16-Motor des Veyron angetrieben werden sollte. Aufgrund der Platzverhältnisse in der neu erstellten Limousinenkarosserie verzichtete man auf die vier Turbolader.
Dennoch sollte der Sechzehnzylinder-Motor natürlich über genügend Leistung verfügen. Das Entwicklungsteam erhielt von Ferdinand Piëch die Maßgabe, dass mindestens 800 PS herauskommen sollten. Mittels doppelter Kompressoraufladung konnte dieses Projektziel erreicht werden. Zudem legte man das Triebwerk darauf aus, auch mit Bio-Ethanol zu funktionieren. In diesem Modus steigt die Leistung wieder beinahe auf den Wert des Veyron an.
Die einmalige Limousine erhielt einige Designmerkmale aus der Bugatti-Geschichte. So verläuft beispielsweise eine Metallkante zwischen den beiden Hälften der Motorhaube hindurch und wird auf dem Dach fortgesetzt, um schließlich die Heckscheibe zu trennen – mit integrierter, senkrechter dritter Bremsleuchte – und auf den Kofferraumdeckel knapp oberhalb des EB-Logos zu enden. Auch die insgesamt acht Auspuffendrohre gab es in ähnlicher Form schon einmal zu Zeiten des legendären Typ 57 vor dem Zweiten Weltkrieg. Innen sorgte reichlich Leder in Verbindung mit aus dem Vollen gefrästen Aluminiumteilen für ein edles Ambiente. Im Gegensatz zum Veyron gab es im Cockpit zwei Digitaldisplays und einen weiteren Bildschirm für die Fondpassagiere, der ausklappbar eingebaut wurde. Im Armaturenbrett versteckt sich zudem eine ganz besondere, herausnehmbare Uhr im Wert von rund 100.000 US-Dollar. Eine Serienversion kam letztlich nicht zustande, da die VW-Konzernleitung sich mit Bugatti auf den Markt der absoluten Supersportwagen beschränken wollte. Das Galibier Concept ist heute Bestandteil der Fahrzeugsammlung der Autostadt in Wolfsburg.
Bilder: Autostadt GmbH




