Auto Salon Brüssel 2026

Den Nachbericht zum diesjährigen Auto Salon in der belgischen Hauptstadt Brüssel schreibe ich nicht allein. Da mein langjähriger guter Freund Oliver ebenfalls, unabhängig von mir, vor Ort war, schildert er anfänglich seine Eindrücke vom ersten Messesamstag und ich schiebe anschließend meinen Bericht vom finalen Messefreitag nach. Um es vorweg zu nehmen: Ich habe vermutlich mehr gesehen, komme aber zu einem ähnlichen Fazit.

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Messerundgang von Oliver Kühlein

Alle Jahre wieder… Okay, nicht ganz, einige Pausen gab es für mich doch zwischendurch, in denen ich nicht nach Brüssel gefahren bin. Aber dennoch gibt es eigentlich immer einen Grund, sich auf den Januar zu freuen, wenn der Brüsseler Autosalon seine Tore öffnet. Immerhin ist es die nunmehr einzige verbliebene Messe, auf der man sich etwas vom alten Feeling der Frankfurter IAA oder des Genfer Autosalons zurückholen kann.

Los ging es für mich dieses Mal ausnahmsweise am ersten Salon-Wochenende, weil der Pressetag aus unterschiedlichen Gründen nicht in den Terminplan passte. Voller Vorfreude fuhr ich in Begleitung meiner Lebensgefährtin und ihres Sohnes los. In Brüssel angekommen tat sich dann leider etwas Ernüchterung auft. Wo sind denn die ganzen Autos? Köpfe sahen wir ohne Ende, aber Autos? Irgendwo zwischen den ganzen Menschen standen tatsächlich die edlen und weniger edlen Karosserien. Aber es war so voll, dass man sich sogar anstellen musste, um beispielsweise in einem völlig normalen Renault R5 probe zu sitzen. Erinnerungen an die Publikumstage der IAA kamen unweigerlich hoch und neben Begeisterung war auch ein wenig Enttäuschung mit dabei. Wie verwöhnt ist man doch mittlerweile als Journalist.

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Nun denn – ich war ja nicht los gefahren, um mich zu beschweren, sondern um Autos zu sehen. Los ging es also in Halle 11 – direkt zu Bugatti – und es begann gleich mit Anstehen in der Schlange, um den Tourbillon zu sehen. Nachdem man sich durchgekämpft hatte, durfte man auf den Stand. Zugegeben – ch habe es eigentlich nur für meine Mitreisenden gemacht, weil ich exakt jenes ausgestellte Vorserienfahrzeug bereits kannte. Daneben stand ein Rimac Nevera R, der letztes Jahr ebenfalls bereits in Düsseldorf zu sehen war. Anschließend ging es zu Lamborghini und Porsche. Mein erster Temerario stand hier – die neue Formensprache weiß durchaus zu gefallen. Die weiteren Massenhersteller in Halle 11 ließ ich dann schon links liegen. Da kam es wieder durch – das alte Vorgehen – Fokus auf das Besondere, weil ich dieMassenherstellerware auch in Ruhe im örtlichen Autohaus anschauen könnte. Ein kleiner Stopp wurde dann noch bei Microlino eingelegt. Wäre das Auto – zumindest in meinen Augen – nicht so extrem teuer, wäre es durchaus etwas Witziges für den täglichen Weg zur Arbeit.

Weiter ging es in Halle 7. Zugegeben, hier habe ich aufgrund der Menschenmassen schnell die Lust verloren. Ein kurzer Blick auf die Schilder und es war gefühlt klar, dass hier nichts Interessantes zu sehen sein würde. Wie sich bei den Bildern von Matthias herausstellte, war dies fast ein Trugschluss. Hätte ich mal bei Nio vorbei geschaut. Der EP9 hätte mich durchaus interessiert.

In Halle 6 bot sich ein ähnliches Bild – jedoch war dort ein glänzender Name zu sehen: Lotus. Also hin zu den Engländern. Während der Emira immer noch zu begeistern vermag, fragt sich der Lotus-Fan immer noch, was er mit mit Emeya und Eletre anfangen soll. Sicher, schöne Autos sind beide und auch der Innenraum weiß zu gefallen. Aber Lotus hat ein ähnliches Problem wie Porsche. Man kauft einen Lotus rnicht nur wegen der Fahrwerte, sondern auch wegen des Sounds. Und gerade bei Lotus wird das alte Credo ‚Light is right‘ mit den beiden Elektroflagschiffen ad absurdum geführt. In der hinteren Ecke, beinahe schon versteckt war dann noch ein Highlight zu sehen:ein schwarzer Lotus Evija in der Emerson Fittipaldi Edition. Ein durchaus schönes Auto, welches mit einem adäquaten Antrieb sicher schon ausverkauft wäre. Ich war tatsächlich überrascht, dieses Fahrzeug dort zu sehen, dachte ich
doch, alle Evija wären schon längst ausverkauft. Aber dem ist wohl nicht so.

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Nach dem Besuch von Lotus ging es weiter in Halle 5. Auch hier ging es mehr oder weniger im Schnelldurchgang weiter. Einzig bei Renault veweilte ich ein wenig länger, fand ich den R5 Turbo E3 doch durchaus beeindruckend. Vor allem der Aufkleber am hinteren Fenster – Tour de Corse Historique 2025 – hatte es mir dabei angetan. Wer auch immer der glückliche Fahrer war, er hatte auf den korsischen Straßen sicher viel Spaß.

Danach ging es langsam Richtung Ausgang weiter, jedoch nicht, ohne nochmal einen Stopp am Stand von YouTuber POG einzulegen, der auf seiner Standfläche einige emotionale Autos stehen hatte. Man kann sicherlich geteilter Meinung über seinen persönlichen Auftritt sein, jedoch ist es schön zu sehen, dass es Menschen gibt, welche die Autopassion so ausleben und das tun, was man eben mit solchen Autos machen sollte – nämlich Fahren und Spaß haben.

Meine Highlights des Salons waren der Bugatti Tourbillon, der Renault R5 Turbo 3E und der Lotus Evija. Dass nun schon zwei dieser Highlights auf meiner imaginären Liste einen Elektroantrieb aufweisen, erschreckt mich beinahe, es scheint aber der aktuellen Zeit geschuldet zu sein. Ich bin zumindest froh, dass ich in einer Zeit aufwachsen durfte, als Autos noch emotional sein durften und man pur über die Straßen fahren konnte. Die aktuelle Generation Neuwagenkäufer tut mir schon leid, mit all den bevormundenden Systemen, die heute in den Autos verpflichtend zu finden sind.

Was der Autosalon Brüssel jedoch gerade an den normalen Publikumstagen zeigte, ist, dass das Auto nach wie vor Emotionen weckt und zahlreiche Besucher anlocken kann. Genf, Frankfurt und Paris – schaut mit offenen Augen nach Brüssel – so kann es gehen. Man sollte nur mit dem Pseudo-Ökoquatsch aufhören und wieder die emotionalen Marken anlocken – dann klappt es auch mit den Besuchern. Zugegeben, dieses Jahr war es für mich ein etwas schnellerer Durchlauf durch den Salon als sonst, was vor allem zwei Gründe hatte: man sollte keine Kinder dabei haben, die null Emotionen für Autos haben und bereits nach drei Ständen nach Hause wollen. Und daneben war es für mich auch die schiere Menge an Besuchern, die es beinahe unmöglich machte, die Autos in Ruhe zu genießen.

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Messerundgang von Matthias Kierse

Im Gegensatz zu Oliver fahre ich auf keine Messe mehr am Wochenende, egal ob zum Thema Auto oder zu anderen Bereichen. Den Hauptgrund dafür kann man in seinem Berichtanteil bereits herauslesen: Zuviele weitere Besucher. Im Falle des Autosalons in Brüssel kommt für mich hinzu, dass üblicherweise am zweiten Messefreitag lange, nämlich bis 22 Uhr geöffnet ist und zeitgleich im niederländischen Maastricht die Interclassics läuft. Somit lohnt sich für mich ein Doppelausflug in beide Beneluxländer.

Freitags nachmittags ist es auf dem Messegelände in Brüssel zwar ordentlich voll, aber niemals so schlimm wie in Olivers Beschreibung. Ich hatte keine Probleme, die ausgestellten Autos in Ruhe anzusehen und Fotos zu erstellen. Natürlich fällt im Vergleich zu früheren Jahren auf, dass immer mehr chinesische Hersteller und Elektroautos zu sehen sind. Als diese beiden Themenschwerpunkte vor rund 20 Jahren langsam auf den internationalen Messen aufkamen, standen wir noch lachend vor den Ständen der Chinesen mit ihren unförmigen Fahrzeugkopien, die teilweise noch während der Pressetage anwaltlich verboten wurden. Selbst heutige Größen wie BYD waren damals noch weit davon entfernt, europäische Kunden im großen Stil begeistern zu können. Heutzutage fragt man sich bei manchen chinesischen Autos ernsthaft, warum diese Designideen keinem europäischen Hersteller eingefallen sind. So wandeln sich die Zeiten.

Immerhin drei vollelektrische Hypercars (Rimac Nevera R, Lotus Evija und Nio EP9) zeitgleich auf einer Messe zu sehen, ist jedoch selbst heutzutage eine Seltenheit. Hinzu kamen bei einigen Herstellern historische Ausstellungsstücke und eine Vielzahl von modernen Konzeptstudien. Dies erinnert zumindest mich sehr an beste Zeiten von IAA und Genfer Salon.

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Irgendwie scheint Oliver die Halle Patio entgangen zu sein, wo Mercedes-Benz, Mercedes-AMG und Mercedes-Maybach ausstellten. Neben einer original erhaltenen Motorkutsche von Benz & Co. standen hier auch das originale Rekordfahrzeug AMG GT XX und die limitierten Modelle Mercedes-AMG PureSpeed und Mercedes-Maybach SL 680 Monogram Series.

Oben in der Eingangshalle namens Astrid (dieser Bereich heißt wirklich so) standen zudem neben einigen Autos des YouTubers POG auch weitere Ausstellungsstücke, beispielsweise von Lamborghini, Corvette oder aus dem Brüsseler Automuseum AutoWorld. Meine persönliche Top drei der ausgestellten Fahrzeuge auf dem Autosalon Brüssel umfasst den Lamborghini Temerario, den Nio EP9 und der Hyundai Insteroid Concept, dicht gefolgt vom Renault R5 Turbo 3E und dem Opel Corsa GSE Vision GranTurismo. Auch bei mir landen damit zwei Elektroautos in der Liste und zwei auf den Folgerängen. Das hätte es so vor zehn Jahren bei mir sicherlich nicht gegeben. Aber ansonsten wird die Auswahl auch inzwischen relativ knapp.

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Bilder: Matthias Kierse