Michelotto und Ferrari verbindet eine jahrzehntelange Partnerschaft. Der kleine italienische Betrieb hat sich auf die Entwicklung und den Bau von Rennfahrzeugen spezialisiert und wurde von Ferrari viele Male herangezogen, um entsprechende Varianten der Serienmodelle zu entwickeln. So entstanden bei Michelotto unter anderem der 288 GTO Evoluzione, der F40 LM oder auch der 333 SP. Ein nahezu unbekanntes Fahrzeug ist hingegen der 348 GT C-S Competizione. Kein Wunder, immerhin entstand 1993 nur ein einziges Exemplar im Auftrag eines japanischen Sammlers. Als Basis diente die Markenpokalversion des 348, die natürlich ebenfalls als Zusammenarbeit zwischen Ferrari und Michelotto entstanden war.
Der 348 GT C-S Competizione bildet quasi den Lückenschluss zwischen dem hauseigenen Markenpokal, der Ferrari Challenge, und dem Anfang der 1990er Jahre in der GT-Kategorie eingesetzten F40 LM. Ein japanischer Ferrari-Sammler, Herr Matsumoto, stellte sich diesen 348 in einer kleineren GT-Kategorie vor. Einige Jahre später gab es in der FIA-GT-Serie tatsächlich eine GT1- und eine GT2-Klasse. Doch dafür wäre der 348 bereits zu alt gewesen, um gegen die aktuelleren Mitbewerber bestehen zu können. So rollte der 348 GT C-S Competizione nie unter Wettbewerbsbedingungen auf eine Rennstrecke. Und das, obwohl sich Michelotto tatsächlich alle Mühe gegeben hatte, um aerodynamisch und gewichtserleichternd in die Struktur des Mittelmotorsportwagens einzugreifen. So entlässt der vorn verbaute Wasserkühler seine heiße Abluft durch einen zweigeteilten riesigen Auslass vor der Windschutzscheibe nach draußen. Frontspoiler, Seitenschweller, Heckflügel und Diffusor sorgen für mehr Anpressdruck. Zeitgleich sorgen dünnere Scheiben, Makrolon-Seitenscheiben und der Verzicht auf Isoliermaterialien im Innenraum für eine deutliche Gewichtsreduktion.
Interessanterweise behielt Michelotto die originalen Türtafeln und das Armaturenbrett des straßentauglichen Ferrari 348 beim GT C-S Competizione bei. Eigentlich hätte man meinen sollen, dass hier weniger gleich mehr gewesen wäre, auch in Sachen Gewicht. Ob der ursprüngliche Besitzer aus Japan hier sein Veto einlegte oder Michelotto diese Entscheidung eigenmächtig durchdrückte, ist nicht bekannt. Bis heute hat das Unikat lediglich rund 5.800 Kilometer Laufleistung gesammelt. Entsprechend präsentieren sich Karosserie und Interieur quasi im Neuwagenzustand. Aktuell können Interessenten den Wagen bei Curated in Miami, Florida, anschauen und käuflich erwerben. Die Experten für italienische Sportwagen nahmen den 348 kürzlich mit zum Cavallino Classic in den USA, wo er einen Platinum Award erhielt.
Bilder: Curated





















