Als zweiten Prototyp aus der neuen Sonderausstellung des Škoda Museums im tschechischen Mladá Boleslav schauen wir uns diesmal den 976 an. Anfang der 1950er Jahre plante Škoda eine neue Mittelklasselimousine und dachte dabei für die Zeit sehr fortschrittlich. Das neue Auto hätte Vorderradantrieb und einen vorn untergebrachten Motor erhalten. Letztlich entschieden Partei und Funktionäre sich gegen diesen Fortschritt und für das bewährte Konzept Heckmotor mit Heckantrieb im 1000 MB.
Aus westlicher Sicht vergisst man gerne, dass die Autohersteller hinter dem Eisernen Vorhang durchaus modern gedacht und interessante Konzepte entwickelt haben. Viele Ideen kamen leider über den Status von Prototypen nie hinaus, weil die zuständigen Parteifunktionäre und andere Bedenkenträger sich vieles nicht vorstellen konnten. Lieber alles so belassen, wie man es schon kennt. Der Škoda 976 ist ein gutes und zugleich recht frühes Beispiel dafür. Der im Škoda Museum gezeigte Prototyp datiert auf das Jahr 1956. Mit seiner Zweifarblackierung und den Chromdetails repräsentiert er vermutlich eine geplante höherwertige Ausstattungslinie. Diese Mittelklasselimousine hätte auch als Exportprodukt in der damaligen Zeit vermutlich gut funktioniert. Eventuell hätte noch ein wenig Designfeinschliff weitergeholfen, speziell im Bereich der relativ aufgesetzt wirkenden Scheinwerfer. Schön zu sehen, dass Einzelstücke wie dieses die Zeit des Kalten Krieges überdauert haben und heute Markengeschichte aufzeigen können.
Bilder: Škoda






