Yangwang U9 Track Edition ist schnellstes Elektroauto der Welt

Kennen Sie Yangwang? Vermutlich eher nicht. Es handelt sich um die Luxus- und Sportsparte des chinesischen Autoherstellers BYD. Momentan verkauft die Tochtermarke ihre Produkte allerdings noch nicht in Europa. Dennoch tritt sie hier bereits öfter in Erscheinung. Dies geschieht überwiegend mit dem U9, den man als besonders leistungsstarken Elektrosportwagen entwickelte. Bestzeiten auf Rennstrecken wie der Nürburgring-Nordschleife gab es bereits. Nun folgte eine Rekordfahrt im norddeutschen Papenburg auf dem dortigen ATP-Testgelände. Seither dürfen die Chinesen sich als Erbauer des momentan schnellsten Elektroautos der Welt feiern.

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Die Rekordfahrt fand bereits am 8. August diesen Jahres statt. Das Testgelände in Papenburg ist unter anderem dafür bekannt, dass es einen Hochgeschwindigkeitskurs mit zwei langen Geraden und zwei weit überhöhten Steilkurven gibt. Diesen nutzte Yangwang, um den U9 in der optionalen Track Edition an seine Grenzen zu bringen. Dabei kommt die gleiche e4 genannte Plattform und die technische Architektur namens DiSus-X zum Einsatz wie beim normalen U9, der in China bereits erhältlich ist. Dies bedeutet, dass im Fahrzeug das weltweit erste in Massenproduktion verbaute 1.200-Volt-Bordnetz genutzt wird. Daran angepasst zeigt sich das Thermalmanagementsystem, das auch unter Extrembedingungen die Akkutemperatur gering hält. An jedem Rad sitzt je ein Elektromotor mit je 555 kW (755 PS) Leistung und 30.000 U/min als Drehzahllimit. Damit erreicht die kombinierte Systemleistung des U9 Track Edition mehr als 3.000 PS, während das Leistungsgewicht bei 1.217 PS pro Tonne liegt. Das Drehmoment der einzelnen Motoren kann via Torque-Vectoring-System individuell umverteilt werden, was dank Sensorunterstützung rund 100-mal pro Sekunde überprüft wird.

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Am Steuer des Vorserienfahrzeugs saß der deutsche Rennfahrer Marc Basseng. Er fuhr den Yangwang U9 bereits vor zwei Jahren zu einem provisorischen Geschwindigkeitsrekord. Nach einigen erfolgreichen Testfahrten in Papenburg ging es an den Rekordversuch. Auf einer der beiden langen Geraden blieben die Messinstrumente schließlich bei 472,41 km/h stehen. Weltrekord. Zumindest solange, bis andere Hersteller wie Rimac nachziehen.

Bilder: BYD, Yangwang