Das neue Spitzenmodell der modellgepflegten Baureihe 992.2 ist der neue Porsche 911 Turbo S, der aktuell auf der IAA Mobility in München debütiert. Damit erscheint bei den Zuffenhausenern erstmals die S-Variante ohne dass es einen normalen Turbo gibt. Früher war diese Version der finale Abgesang, kurz bevor eine Baureihe abgelöst wurde. Erstmals gab es den Turbo S 1989 in einer extrem limitierten Auflage für den französischen Porsche-Importeur Sonauto. Es folgte der 911 (964) Turbo S Leichtbau als Homologationsfahrzeug für die BPR-GT-Serie und ab der Baureihe 993 schließlich die oben beschriebene Handlungsweise, die den S als finales, leistungsstärkstes Modell abseits der GT-Varianten vorsah.
Der Antriebsstrang des neuen 911 Turbo S hat starke Ähnlichkeiten mit dem des 911 Carrera GTS, verfügt jedoch zusätzlich über einen zweiten Elektroturbolader. Damit klettert die Systemleistung auf beachtliche 523 kW/711 PS und 800 Newtonmeter Drehmoment an. Dank der T-Hybrid-Technologie mit 400-Volt-Bordnetz steht ein Großteil der Leistung über ein extrem breites Drehzahlband hinweg konstant zur Verfügung. Dank des serienmäßigen Achtgang-Doppelkupplungsgetriebes spurtet der neue 911 Turbo S in 2,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 322 km/h. Auf der weltberühmten Nürburgring-Nordschleife nimmt er dem direkten Vorgängermodell rund 14 Sekunden ab. Die Rundenzeit, die unter Idealbedingungen durch Jörg Bergmeister eingefahren wurde, beträgt 7:03,92 Minuten. Um derartige Bestleistungen erzielen zu können, vergrößerten die Porsche-Ingenieure die Bremsscheiben an der Hinterachse und verbreiterten zudem die Reifenaufstandsfläche hinten um zehn Millimeter pro Rad. Am Heck lugen die nun eckig gestalteten Titan-Endrohre der Abgasanlage hervor. Da auch die Endschalldämpfer aus Titan hergestellt werden, wiegt das Abgassystem 6,8 Kilogramm weniger als bislang. Optional ist auch die Sportabgasanlage mit ovalen Endrohren erhältlich.
Hinzu kommt die modifizierte Aerodynamik, bei der im Vergleich zum bisherigen 911 Turbo S weitaus mehr aktive Elemente zum Einsatz kommen. So sitzen wie bereits beim 911 Carrera GTS bewegliche Flaps in den äußeren Lufteinlässen, die selbsttätig öffnen und schließen, je nach benötigtem Frischluftbedarf. Unterhalb der Frontschürze fährt bei höheren Geschwindigkeiten eine Spoilerlippe aus, die knapp dahinter am Unterboden durch einen beweglichen Diffusor vor der Vorderachse in ihrer Wirkung unterstützt wird. Auch der ausfahrbare Heckspoiler kann sich nun aktiv schärfer in den Wind stellen, um zusätzlichen Abtrieb zu erzeugen. In der effizientesten Einstellung all dieser Bauteile sinkt der Luftwiderstand des Fahrzeugs im Vergleich zum Vorgänger um gute zehn Prozent. Dank des verbauten Hochvolt-Bordnetzes kann der neue 911 Turbo S serienmäßig mit der elektrohydraulisch gesteuerten Porsche Dynamic Chassis Control (ehPDCC) ausgestattet werden. Diese verhindert aktiv Wankneigungen der Karosserie bei Richtungswechseln und steigert die Agilität am Anfang und Ende jeder Kurve. Gegen Aufpreis ist ein Liftsystem für die Vorderachse erhältlich.
Außen und innen finden sich diverse Details im neuen Farbton Turbonit, beispielsweise die Logos und Schriftzüge. Innen kommt der neue 911 Turbo S als Coupé ab Werk als reiner Zweisitzer. Ohne Aufpreis kann jedoch die hintere Sitzanlage bestellt werden. Währenddessen ist das Cabriolet immer ein 2+2-Sitzer.
Interessenten können den neuen 911 Turbo S ab sofort bestellen. Als Coupé liegt der Basispreis bei 271.000 €, beim Cabriolet sind es 285.200 €.
Bilder: Porsche AG























