Anfang der 2000er Jahre brachte die kleine britische Sportwagenmanufaktur Bristol den Supersportwagen Fighter auf die Straße. Dank eines riesigen V10-Triebwerks und Flügeltüren wurde er schnell zum Traumauto einiger Individualisten. Allerdings entstanden nur knapp über zehn Exemplare, bevor der Hersteller die Tore schloss. Nun entstehen unter neuer Leitung fünf weitere Fighter auf der Basis von nicht genutzten Chassis. Das erste dieser Fahrzeuge debütiert am kommenden Wochenende beim Salon Privé am Blenheim Palace.
Großvolumige V10-Triebwerke schienen eigentlich der Vergangenheit anzugehören. Im Bristol Fighter erlebt das acht Liter große Aggregat aus der ersten Dodge Viper nun jedoch eine kleine Renaissance. Dank der relativ entspannten Zulassungsregularien, die in Großbritannien seit dem Austritt aus der EU gelten, können Neufahrzeuge mit Motoren wie diesem weiterhin in Umlauf gebracht werden. Interessenten für die fünf neuen Fighter-Exemplare haben dabei die Wahl zwischen 525 und 600 PS. Mit der höheren Leistung verspricht Bristol eine Höchstgeschwindigkeit im Bereich von 338 km/h. Das Erstlingswerk zeigt sich in edlem Schwarz mit einer Voll-Lederausstattung im Farbton tan und Rechtslenkung. Linkslenker sind jedoch ebenfalls erhältlich. Den Preis verrät Bristol indes nur auf direkte Anfrage.
Die Sportwagenmarke Bristol Cars entstand ursprünglich 1945 als Ableger der Bristol Aeroplane Company. Erste Fahrzeuge entstanden ein Jahr später und hatten einen klaren Bezug zu BMW-Sportwagen wie dem 326, 327 und 328 aus der Vorkriegszeit. Allerdings kombinierten die Mitarbeiter zugleich ihre Erfahrungen aus dem Flugzeugbau mit dem typisch britischen Luxus und erschufen so durchaus einzigartige Autos. Die Stückzahlen einzelner Modelle erreichten allenfalls dreistellige Werte. Ein besonderer Erfolg in der Markengeschichte ereignete sich in den Jahren 1954 und 1955, als das Werksrennteam mit dem Modell 450 jeweils den ersten, zweiten und dritten Platz in der Klasse bis zwei Liter Hubraum beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans belegen konnte. Im Jahr 2011 ging der kleine Hersteller Konkurs und wurde an Kamkorp Autokraft Ltd verkauft, die unter neuer Leitung 2016 den Bristol Bullet präsentierten. Allerdings schaffte man es nicht, eine Serienfertigung anzustoßen. 2022 übernahm Paul King die Markenrechte. Gemeinsam mit dem langjährigen Bristol-Mitarbeiter Richard Hackett möchte er die Marke dorthin zurückbringen, wo sie einst unterwegs war: als Nischenhersteller für Individualisten mit breitem Optionsangebot für einzigartige Sportwagen. Daher erscheint es fast logisch, dass zu allererst die Bestände der alten Marke genutzt und die fünf übrig gebliebenen Fighter-Chassis in funktionierende Fahrzeuge verwandelt werden.
Bilder: Bristol Cars















