Maserati 5000 GT Frua zertifiziert von Maserati Classiche

Der Maserati 5000 GT gehört zu den seltensten Straßensportwagen der italienischen Marke. Ein frühes Exemplar mit außergewöhnlicher Karosserie von Pietro Frua erhielt jüngst nach einer umfangreichen Restaurierung eine Zertifizierung durch die Klassikabteilung Maserati Classiche. Damit unterstreicht der Hersteller die korrekt ausgeführten Arbeiten und den bei Sammlern beliebten Zustand ‚Matching Numbers‘, der besagt, dass der originale Motor, das originale Getriebe und so weiter noch im Fahrzeug verbaut sind.

  • 1959 maserati 5000 gt frua
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Sieht man von den zahlreichen Rennfahrzeugen der Markengeschichte einmal ab, so ist der Maserati 5000 GT definitiv eine der hauseigenen Raritäten. Lediglich 34 Exemplare entstanden in den 1960er Jahren – und das auch nur, weil 1959 ein reicher VIP-Kunde – der damalige Schah von Persien – gern die Motorleistung des damaligen Rennfahrzeugs 450S in seinem Straßensportwagen haben wollte. Der damals angebotene 3500 GT war ihm zu langsam. Heutzutage sind die überlebenden Exemplare gesuchte Sammlerstücke. Chassisnummer 103*064*, der dunkelrote 5000 GT mit Frua-Karosserie auf unseren Bildern, ist nun das erste Fahrzeug dieser Baureihe, das eine Zertifizierung durch Maserati Classiche erhielt. Es ist zudem der erste von nur drei 5000 GT, der 1962 eine Karosserie von Pietro Frua erhielt. Der freischaffende italienische Designer ist unter Autofans eher umstritten. Entweder man mag seine Kreationen oder man findet sie sonderbar. Das gilt auch für den 5000 GT, der von ihm eine Coupé-Karosserie erhielt. Die Scheinwerfer erinnern an den ebenfalls von ihm gestalteten Quattroporte. Oberhalb des Kühlergrills integrierte er jedoch eine zusätzliche Belüftungsöffnung, in die er das Maserati-Logo, Neptuns Dreizack, verbaute. Interessant fiel auch die seitliche Fensterlinie aus, die den vorn sitzenden Passagieren möglichst viel Sicht ermöglicht und dann in einem kleinen hinteren Seitenfenster schnell Richtung Dach aufsteigt. Direkt dahinter sitzt bereits die Panorama-Heckscheibe. Neben Frua bauten auch Touring, Allemano, Ghia, Monterosa und Pinin Farina Karosserien für das 5000-GT-Fahrgestell.

  • 1959 maserati 5000 gt frua
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Chassis 103*064* hat ein durchaus bewegtes Autoleben hinter sich. Direkt nach der Fertigstellung ging das Fahrzeug an Maserati für ausgedehnte Testfahrten. Offenbar fand man Gefallen an der Optik, denn man nahm das Frua-Coupé mit auf den Maserati-Stand beim Genfer Autosalon 1963. Dort entdeckte Karim Aga Khan IV den Wagen, durfte ihn probe fahren und bestellte hernach seinen eigenen 5000 GT mit Frua-Karosserie. Derweil verkaufte Maserati 103*064* Ende 1963 an einen Kunden in Rom, der den Wagen für rund drei Jahre behielt und dann ans Werk zurückgab. Dort erhielt die Außenhaut eine Neulackierung im Farbton ‚Rosso Chiaro‘, dem heute noch sichtbaren dunkelrot – wohl im Auftrag des nächsten Besitzers, Prinz Magid Ben Saoud aus Saudi-Arabien. Ursprünglich war dieser 5000 GT dunkelblau. Der Prinz schenkte den Sportwagen seinem Vater, König Saud bin Abdulaziz Al Saud. Nach dem Sechstagekrieg beschlagnahmten die ägyptischen Militärkräfte das Auto und nahmen es mit nach Ägypten. Dort wurde es in Kairo für mehr als 30 Jahre eingelagert. Im Jahr 2000 konnte ein Autosammler aus Texas den Sportwagen kaufen, der bis dahin nicht einmal 7.900 Kilometer auf dem Tacho stehen hatte. In den folgenden vier Jahren erfolgte in Modena eine umfangreiche Restaurierung, wobei der dunkelrote Farbton für die Karosserie beibehalten wurde. Nun kehrte der 5000 GT noch einmal nach Modena zurück und wurde durch Maserati Classiche offiziell zertifiziert, wobei eine Plakette am Fahrzeug angebracht wurde und ein liebevoll gestalteter Ordner alle Daten zum Auto zusammenfasst.

Bilder: Maserati Classiche