In den letzten Monaten machte Porsche eher negative Schlagzeilen. Der Absatz in China ging rasant zurück. Auch die US-Strafzölle setzten der Sportwagenmarke ordentlich zu und zudem kommt in Europa und anderen relevanten Märkten der Verkauf von Elektrofahrzeugen nicht so in Schwung, wie man sich das erhofft hatte. Somit gingen Umsatz und Gewinn massiv zurück. Mit neuem Geschäftsführer und neuer Strategie soll sich die Marke nun erholen. Mit dem Mission S gibt man einen ersten Ausblick auf ein neues Topmodell als Supersportwagen mit Mittelmotor oberhalb des 911.
1953 gingen Bilder eines Porsche 550 Spyder um die Welt, der in Queens mit Blick auf die damalige Skyline von Manhattan, New York fotografiert wurde. Das Auto war auf dem Weg zur Carrera Panamericana, dem bis heute berühmten und berüchtigten Straßenrennen quer durch Mexiko. Zur Weltpremiere des neuen Porsche Mission S brachte man die Konzeptstudie nun an die gleiche Stelle in Queens, um das damalige Bild nachzustellen. Dabei fällt nicht nur die moderne Optik des neuen Supersportwagens auf, sondern auch, wie sehr sich die im Hintergrund sichtbare Skyline im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.
Der Mission S ist das Erstlingswerk des neuen Porsche-Designchefs Tobias Sühlmann. Er interpretiert die typischen Porsche-Linien neu und orientiert sich dabei klar an legendären Fahrzeugen der Markenhistorie. So finden sich beispielsweise die runden Scheinwerfer des 911, die dieser bis zur Modellgeneration 964 torpedoartig in den vorderen Kotflügeln verbaut hatte ebenso wieder, wie der zentrale Lufteinlass über der Windschutzscheibe, den Motorsportfans vom 911 GT1 kennen. Die seitlichen Scheiben zitieren ebenfalls den 911 und das Heck mit dem integrierten Flügel ist eine Hommage an den 959. Weitere Zitate an ikonische Vorbilder sind das zentrale Lüfterrad oben auf dem Heck, das so bereits beim 917 zu finden war, und die Leichtmetallräder im Stil der ‚Wählscheiben‘-Räder des 928. Mit seiner weißen Lackierung und schwarz abgesetzten Details betont der Mission S seine Sportlichkeit auch optisch.
Eine Besonderheit ist die umlaufende Linie, die vorn in den Tagfahr-LEDs beginnt und bis zu den Rückleuchten durchläuft. Die Frontspoilerlippe endet seitlich vor den Vorderrädern in weit hochgezogenen Finnen. Dieses Detail wird hinter den Rädern in beginnenden Schweller wieder aufgenommen. In die Außenspiegel sind Kameras und Sensoren integriert. Das Heck zeigt einen großen Diffusor, neben dem seitlich je zwei Auspuffendrohre übereinander angeordnet sind. Zu den technischen Daten des Mission S machte Porsche noch keine Angaben. Allerdings soll die Basis der Studie für einen neuen Supersportwagen oberhalb des 911 genutzt werden, der ohne Limitierung dauerhaft im Programm verbleiben soll. Dabei wandert das Triebwerk aus der 911-Position im Heck hinter die Passagiere in die Mitte des Autos.
Auch das Interieur präsentiert sich in weiß und schwarz, wobei speziell die Sportschalensitze mit Fünfpunktgurten diese Zweifarbigkeit aufzeigen. Der zentral hinter dem Lenkrad angeordnete Drehzahlmesser zeigt je nach angewähltem Fahrmodus eine andere Grundgrafik und kommt näher an den Fahrer heran oder entfernt sich. Der rote Drehzahlbereich beginnt bei 8.000 U/min, was auf ein V8-Triebwerk hindeuten könnte. Auch die restliche Anordnung der fünf Rundinstrumente in ihren Tuben ist vom gewählten Fahrmodus abhängig und zeigt sich komplett nebeneinander oder hintereinander angeordnet. Links neben dem Lenkrad gibt es eine Aufnahme für den eigens gestalteten Fahrzeugschlüssel. Anstelle von riesigen Displays in der Mittelkonsole oder auf der Beifahrerseite gibt es ein bei Bedarf ausfahrbares Smartphone-System, durch das das persönliche Smartphone zum Bildschirm für Navigationssystem und Infotainment wird. Auch die klar strukturierte und für den Mission S reduzierte MyPorsche-App ist anwählbar. Wann und unter welchem Namen der Mission S in die Serienfertigung übergeht, steht noch nicht fest.
Bilder: Porsche
























