Die wilden Rallye-Zeiten der Gruppe-B-Ära in der ersten Hälfte der 1980er Jahre sind und bleiben unvergessen. Diverse Hersteller bauten extra für diese Kategorie spezielle Fahrzeuge auf, die sich weit von den normalen Serienautos in gleicher Größe unterschieden. Ein Beispiel hierfür ist der Peugeot 205 T16, der mittels Rohrrahmenchassis, Allradantrieb und Heckmittelmotor weit weg vom braven Serien-205 unterwegs war. Auf dem Pariser Autosalon zeigt Peugeot aktuell mit dem E-T16 Concept eine moderne Interpretation dieses wilden Fahrzeugs. Ob eine Chance auf Serienfertigung besteht, lässt man aktuell noch offen.
Renault hat es in den letzten Jahren erfolgreich vorgemacht. Erst zeigten die Franzosen ihre Neuinterpretation des „kleinen Freund“ namens R5, dann folgte mit der Konzeptstudie des R5 Turbo 3E eine wildgewordene Variante mit diversen Stylinganleihen bei der Gruppe-B-Rallye-Version aus den 80ern. Aufgrund großen Interesses von Seiten solventer Kunden wurde diese Studie schließlich in ein limitiertes Serienfahrzeug weiterentwickelt, das in Kürze in Produktion geht. In Paris verkündete Renault stolz, dass von den 1.980 geplanten Exemplaren bereits mehr als 1.000 fest vorbestellt sind und darunter einige Fahrzeuge sein werden, die dank spezieller Individualisierungen den Grundpreis von 160.000 Euro beinahe verdreifachen. Von diesem unverhofft lukrativen Kuchen möchte nun offenbar auch Peugeot ein Stückchen abhaben. In Paris enthüllte man mit dem E-T16 Concept eine Studie, die deutliche Anleihen vom legendären 205 T16 trägt. Dies beginnt bei der dunkelgrauen Lackierung mit roten Akzenten, setzt sich bei der Silhouette fort und führt schließlich zu Details wie Lufteinlässen, Felgen und Spoilern.
Aktuell spricht Peugeot von einer reinen Studie ohne große Chancen auf eine Markteinführung. Offiziell durften sich die Designer einfach einmal austoben. Und mit dem 205 T16 haben sie eine Hommage-Quelle gefunden, die für Peugeot durchaus Bedeutung hat. Immerhin konnte man mit diesem Auto 1985 und 1986 die Herstellerwertung in der Rallye-Weltmeisterschaft einfahren. Die Entwicklung des E-T16 lief folgerichtig gemeinsam mit Peugeot Sport, der hauseigenen Motorsportabteilung ab. Wie bereits beim Renault 5 Turbo 3E gesehen, erhält auch der E-T16 einen reinelektrischen Antrieb mit einem Elektromotor an der Vorderachse und zwei an der Hinterachse. Mit einer Gesamtleistung von 600 kW/816 PS steht hier einer der bislang leistungsstärksten Peugeots aller Zeiten – nur geschlagen vom 208 T16 Pikes-Peak. Die Franzosen versprechen eine Beschleunigungszeit aus dem Stand auf 300 km/h in 16 Sekunden. Auf Tempo 100 geht es in 2,5 Sekunden. Katapultachterbahn-Fans kennen das Gefühl, das dabei in der Magengegend aufkommt. Im Performance-Modus sollen drei schnelle Runden auf der Nürburgring-Nordschleife problemlos möglich sein, ohne dass die Leistung limitiert wird. Innen gibt es zwei fest mit dem Fahrzeug verbundene Schalensitze mit Sechspunktgurten, das neue Hypersquare-Lenkrad und die neueste Generation des digitalen i-Cockpits. Damit und mit der Grundform des Autos gewährt Peugeot bereits einen ersten Blick auf die kommende neue E-208-Generation.
Warten wir mal ab, ob auch Peugeot eine limitierte Auflage des E-T16 in die Showrooms der Händler schieben wird. Für Fans der Gruppe-B-Ära wäre es mit Sicherheit ein schöner Schritt, auch wenn natürlich aufgrund des Elektroantriebs der martialische Sound der einstigen Rallye-Boliden fehlt.
Bilder: Peugeot

















