Das erste vollelektrische Modell aus dem Hause Ferrari hört auf den Namen Luce und ist ein fünfsitziges SUV-Coupé. Hätte man diese Nachricht vor zehn bis zwanzig Jahren in Umlauf gebracht, hätte jeder nach dem Datum geschaut und auf den 1. April getippt. Im Jahr 2026 meint der Traditionshersteller aus dem italienischen Maranello genau diese Schlagzeile jedoch absolut ernst. Das Design erstellten Sir Jony Ive und Marc Newson vom Kreativkollektiv LoveFrom. Vier Elektromotoren – je einer pro Rad – übernehmen den Antrieb.
a
Um es direkt vorwegzunehmen: Mir persönlich gefällt der Ferrari Luce. Aber nicht als Ferrari. Mit der Formensprache der Italiener, egal ob bis 2025 oder danach, hat dieses Auto einfach überhaupt nichts zu tun. Mit einem typischen Sportwagen ebenfalls nicht. Wenn es einfach um ein Fahrzeug zum Personen- und Gepächtransport von A nach B geht, ist der Luce jedoch durchaus interessant anzusehen und bietet auch schöne Details im Interieur. Allerdings darf man aufgrund des Markennamens davon ausgehen, dass der Einstiegspreis derartig hoch liegt, dass nur die Upper Class zugreifen kann. Und ob die einen vollelektrischen Ferrari haben will und das Design gut findet, bleibt abzuwarten.
Während Ferrari beim V12-SUV Purosangue bei einer Viersitzerkonfiguration bleibt, erhält der vollelektrische Luce auf der hinteren Sitzbank einen mittleren Notsitz inklusive Sicherheitsgurt. Damit dürfte es sich um den ersten fünfsitzigen Serien-Ferrari handeln. Das gegenläufig öffnende Türkonzept kennen Markenfans hingegen bereits vom Purosangue. Mittig zwischen den Scheinwerfern und hinten unterhalb der Heckscheibe gibt es in die Karosserie integrierte Spoilerelemente, die den Fahrtwind gezielt leiten. Während der Fahrt wird zudem die Frontpartie um zehn Millimeter abgesenkt, um die Aerodynamik noch weiter zu verbessern. Laut Firmenangaben hat der Luce den geringsten Luftwiderstand der Markengeschichte. Am Heck verschwinden die vier runden Leuchten im abgeschalteten Zustand komplett im schwarzen Designband.
Der Ferrari Luce basiert auf einer eigens neu entwickelten Plattform, die das 122-kWh-Akkupaket in der Bodenplatte integriert. Trotzdem ist das Leergewicht mit 2.260 Kilogramm keinesfalls gering. Zu den technischen Daten der vier Elektromotoren machen die Italiener wenig Angaben. Als Systemleistung sollen 772 kW (1.050 PS) bereitstehen. Der Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 soll in 2,5 Sekunden erfolgen, der auf Tempo 200 in 6,8 Sekunden. Als Höchstgeschwindigkeit stehen mehr als 310 km/h im Datenblatt. Dem gegenüber gibt Ferrari eine elektrische Reichweite von über 530 Kilometern und eine Schnellladefunktion mit bis zu 350 kW an. Dank aktivem Fahrwerk und Allradlenkung soll die Fahrdynamik auf dem Level der benzingetriebenen Ferrari-Sportwagen liegen.
Bereits vor einigen Wochen zeigte Ferrari erste Einblicke ins Interieur des Luce. Dabei fiel schon auf, dass die Italiener hier einen deutlichen Schritt zurück zum Wesentlichen einschlagen. Hinter dem Lenkrad gibt es drei Rundinstrumente, von denen eines eine Digitalanzeige ist. Hinzu kommt ein Zentraldisplay am Armaturenbrett und ein kapazitives Bedienfeld vor der Mittelarmlehne. Für die Fondpassagiere gibt es ein weiteres Display, auf dem unter anderem auch Fahrdaten eingeblendet werden.
Bilder: Ferrari


























