Grand Meeting 2026 in Korschenbroich

Was vor vielen Jahren als Classic Days am Schloss Dyck begann, durchlebte speziell in den Nach-Corona-Jahren eine bewegte Story mit Zwischenstation auf dem Messeparkplatz der Stadt Düsseldorf und im letzten Jahr dem Bezug des neuen Quartiers am Rittergut Birkhof bei Korschenbroich. Zugleich erfolgte im vergangenen Jahr ein eher unbemerkter Namenswechsel zum „Grand Meeting“, der bei der diesjährigen Ausgabe deutlicher wurde. Erneut gab es viele schöne Automobile aus nahezu allen Jahrzehnten auf und neben einem eigens abgestecktem Rundkurs zu erleben.

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Die örtliche Nähe zu Köln, Düsseldorf und dem Ruhrgebiet auf der einen Seite und den Benelux-Staaten auf der anderen Seite verhilft dem Grand Meeting seit jeher zu vielen Besuchern und einem tollen Starterfeld. Letzteres war in diesem Jahr allerdings in einigen Fahrzeugklassen erstaunlich übersichtlich. So fuhren beispielsweise lediglich vier klassische Rallye-Fahrzeuge auf den Parcours hinaus, während es im Vorkriegsfeld oder auch bei den Motorrädern deutlich mehr Teilnehmer gab. Durch die anhaltende Trockenheit kam es bei den ausgestellten Autos, Lastwagen und weiteren Exponaten leider zu extremer Staubablagerung auf den Karosserien. Wie gewohnt gab es vom klassischen Alltagsauto bis zum Supersportwagen alles zu sehen, was Rang und Namen hat. Sowohl auf dem eigentlichen Veranstaltungsgelände als auch auf dem für Marken- und Modellclubs reservierten Feld standen somit für jeden Fan genügend Eindrücke parat, um mit guter Laune voranzuschreiten.

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Von einst diversen Herstellern, die bei den Classic Days und dem Grand Meeting werksseitig dabei waren, ist inzwischen nur noch Jaguar Land Rover und die Abteilung Tradition von Audi übrig. Beide präsentierten sich dieses Jahr im Innenhof des Rittergutes, allerdings auf durchaus unterschiedliche Art und Weise. Jaguar brachte zahlreiche klassische Sportwagen bis hin zum XJ220 mit und zeigte in einem großzügig angelegten Pavillon Klassiker der Marke Land Rover bis hin zu einem 1948er Exemplar, das einst auf der Motorshow Brüssel ausgestellt war und sich heutzutage auf eine umfangreiche Restaurierung freut. Der Bereich von Audi Tradition hingegen glich eher einem ehemaligen Stall, passte dafür aber bestens als Kulisse für den im letzten Jahr fertig gestellten Nachbau des Auto Union Typ 52, einem Straßensportwagen basierend auf den Silberpfeil-Rennwagen der Ära. Anhand von Konstruktionsskizzen, die unter der Leitung von Ferdinand Porsche in den 1930er Jahren erstellt wurden, entstand dieses Einzelstück in Handarbeit und ist nun für Demofahrten wie hier in Korschenbroich bereit. Wenige Meter weiter stand mit dem Micro-Car Prototyp Alamagny ein weiteres Unikat. Die Karosserie erinnert ein wenig an den berühmten Janus-Kopf, ist sie doch vorn wie hinten beinahe identisch gestaltet und bietet jeweils zwei Passagieren unter den beiden aufklappbaren Kanzeln Platz. Vorder- und Hinterrad sitzen zentral zwischen den jeweiligen Passagieren, während zwei weitere außen montierte Räder genügend Stabilität spenden. Von den Technikmuseen in Sinsheim und Speyer kam ein ganz besonderer Porsche 356 zum Grand Meeting. Das weiß lackierte Fahrzeug ist der Nachbau eines Geschwindigkeitsrekordautos aus dem Jahr 1951, das wohl von und für einen Autohändler aus dem Raum Frankfurt auf privater Basis entstand, aber nie öffentlich eingesetzt wurde.

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Die auf dem Rundkurs gezeigten Fahrzeugkategorien waren gewohnt vielschichtig und im Programm gut verteilt, sodass nicht das Gefühl aufkommen konnte, eigentlich ständig das Gleich zu sehen. Von Vorkriegsoldtimern ging es zu Kleinwagen der Wirtschaftswunderzeit, anschließend zu Motorrädern und dann zum Feld der Porsche-Sportwagen. Auch die gewohnten hubraumstarken Wagen des Benjafield Racing Club – vornehmlich Vorkriegsmodelle der Marken Bentley und Lagonda – hatten hier wieder ihren gewohnten Auftritt. Es folgten Rallyeautos und Klassiker von Jaguar sowie Demorunden des Auto Union oder des letzten Formel-1-Autos von Graham Hill.

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Doch wie immer lohnte sich der Blick vor allem auf die Ausstellungsbereiche entlang der Strecke. Wo sieht man sonst schon einmal einen originalen Bugatti Typ 41 Royale? Oder ein Schmalspurauto der französischen Marke Voisin? Auch der nur in sehr geringer Anzahl gefertigte Porsche 928 Clubsport wusste eingefleischte Porsche-Fans zu begeistern – zumal er direkt neben einem originalen Fahrzeug aus dem einstigen 944 Turbo Cup parkte. Im durch Zelte überdachten Fahrerlager warteten derweil zahlreiche Rennfahrzeuge und -motorräder darauf, dass ihre jeweilige Kategorie vom Streckensprecher angekündigt wurde. Dann sah man den einen oder anderen Fahrer aufgeregt zu seinem Vehikel laufen, um möglichst schnell das Triebwerk zu starten. Heimlicher Star dieses Areals war hingegen die originale klassische Norderney-Bahn, bestehend aus einem umgebauten VW Käfer mit Anhänger.

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Ein klein wenig Enttäuschung kam hingegen für die Besucher auf, die sich (zumindest am Sonntag) anhand des offiziellen Lageplans auf die Suche nach den Bereichen ‚Stars and Stripes‘ oder ‚Bulli-Treffen‘ machten. Während im amerikanisch angehauchten Sektor immerhin etwas mehr als eine Handvoll Autos parkte, konnte das groß ausgerufene Treffen der Volkswagen T1, T2 und T3 mit nur einem einzigen Exponat herhalten. Um dies zu sehen, musste man als Zuschauer allerdings auf das Ende der jeweils laufenden Demofahrten warten, um dann rund 100 Meter auf der sonst abgesperrten Strecke zu laufen. Zurück galt logischerweise die gleiche Regelung. Vielleicht gelingt den Organisatoren an dieser Stelle im kommenden Jahr eine bessere Zu- und Abflussregelung nebst lohnenswerteren Zielen. Ebenso war es schade, dass die im vergangenen Jahr für Filmfahrzeuge genutzte Halle diesmal verschlossen blieb.

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Bilder: Matthias Kierse