Bugatti Destrier

Mit dem Destrier präsentiert Bugatti bereits das dritte Fahrzeugprojekt aus dem hauseigenen Solitaire-Programm. Und erneut erhält das Unikat den eigentlich bereits beerdigten W16-Motor – hier jedoch in der 1.600 PS starken Spezifikation aus dem nicht straßenzugelassenen Rennauto Bolide. Dieses diente auch insgesamt als technische Basis für diesen Straßensportwagen, bei dem der glückliche neue Besitzer bewusst auf einige Komfortoptionen des Chiron verzichtete und stattdessen eine intuitive, emotionale und kompromisslose Skulptur der Geschwindigkeit erschuf.

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Was wäre, wenn Bugattis außergewöhnlichstes technisches Gesamtkunstwerk vollständig von Flügeln, Lufteinlässen und aerodynamischen Anbauteilen befreit würde – sodass allein seine Proportionen wirken könnten? Diese Fragestellung beschäftigte den Besteller des neuen Bugatti-Solitaire-Fahrzeugs und mit ihm auch das Designteam in Molsheim und Berlin. Basierend auf dem Bolide entstand schließlich ein nur einen Meter hoher Supersportwagen mit vorn 21 und hinten 22 Zoll großen Rädern. Gleichzeitig wurde der von Bugatti in der Vorkriegszeit gelebte Gedanke aufgegriffen, dass ein Chassis für unterschiedliche Einsatzzwecke als Grundlage dienen kann. So gab es den berühmten Typ 57 sowohl als eleganten und schnellen Typ 57 SC Atlantic, als auch in der Variante eines Rennfahrzeugs für die 24 Stunden von Le Mans, als Typ 57 G und Typ 57 C ‚Tank‘. Hier dient das gleiche Chassis nun dem Bolide als reinrassigem Trackday-Fahrzeug genauso als Basis, wie dem neuen Destrier, dessen Name von den edelsten und kraftvollsten Streitrossen mittelalterlicher Ritter stammt. An die Chassis-Geschichte erinnert im Innenraum eine oberhalb der Windschutzscheibe angebrachte Metallplakette, in die sowohl der Typ 57 G ‚Tank‘ als auch der Typ 57 SC Atlantic eingraviert sind.

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Designtechnisch blättert der Destrier ein neues Kapitel für Bugatti auf. Während das Kohlefaser gefertigte Monocoque unverändert vom Bolide übernommen wurde, sind alle Karosserieteile komplett neu gestaltet worden. Sie bestehen natürlich ebenfalls aus Carbon. Die von anderen Modellen der Marke bekannte, prägnante C-Linie an der Fahrzeugseite ist beim Destrier am vorderen Radlauf unterbrochen, setzt sich davor jedoch bis zum Hufeisengrill fort. Letzterer ist breiter als beim Bolide ausgeführt. Hinten ist der elegante, feststehende Heckflügel des Chiron Profilée in die Formensprache integriert worden. Für den Besitzer entwickelte Bugatti eigens den Mehrschichtlack ‚Sapphire Celeste‘, der mit feinsten diamantinspirierten Pigmenten versehen wurde, um eine außergewöhnliche Tiefenwirkung für die skulpturale Form des Destrier zu ermöglichen. Auch die Sichtcarbon-Bereiche erhielten eine entsprechende Einfärbung. Schöne Kontraste schaffen die polierten Aluminiumelemente sowie am sichtbaren W16-Motor speziell gehämmerte Metallelemente, deren Struktur den klassischen Ritterrüstungen ähnelt.

Das Interieur zeigt sich optisch ruhig und zugleich wohnlich wie ein edles Schneideratelier. Drei Materialien dominieren hier und wurden im warmbraunen Farbton ‚Ambre Voyageur‘ ausgeführt: Leder, Nubuk und ein spezieller dreidimensional gestrickter Textilstoff. Dieses Gestrick, inspiriert von Techniken der Haute Couture und funktioneller Sportbekleidung, bildet nahtlose, dreidimensionale Flächen, die gleichermaßen technisch wie haptisch überzeugen. Feine Kupfergarne durchziehen das Material als schimmernde Akzente und formen ein kreisförmiges „Halo-Line“-Muster, das sich harmonisch durch den gesamten Innenraum zieht. Kontrastnähte betonen die Geometrie der einzelnen Bauteile und finden sich ebenso in den Stickereien der Kopfstützen wie in den fließenden Linien der Mittelkonsole wieder. Hinzu kommen an Luftausströmern, Türgriffen, Einstiegsleisten und der Nabe des Lenkrads weitere gehämmerte Metallelemente.

Der neue, einzigartige Bugatti Destrier feiert seine Weltpremiere kommende Woche im Rahmen der Monterey Car Week.

Bilder: Bugatti