Klassische Shooting Brakes, also zweitürige Coupés mit hoher Dachlinie, sind in der aktuellen Automobilwelt Seltenheiten. Zuletzt versuchte sich vor einigen Jahren Aston Martin zusammen mit Zagato an diesem Thema. Nun erstellte das niederländische Unternehmen Niels van Roij Design für einen Kunden eine Hommage an den legendären Ferrari 365 GTB/4 ‚Daytona‘ Shooting Brake aus dem Hause Panther Westwinds von 1972, der damals als Unikat für den amerikanischen Ferrari-Importeur Luigi Chinetti entstand. Aus rechtlichen Gründen trägt das neue Einzelstück keine Markenlogos aus Italien.
Es fällt jedoch nicht besonders schwer, die technische Basis für den Daytona Shooting Brake Hommage auszumachen. Allein die Form der Türen lässt Fans schnell erahnen, dass hier ein Ferrari 599 GTB umgestaltet wurde. Tatsächlich wurden jedoch alle anderen Karosserieteile neu von Hand aus Aluminium geformt. Als Besonderheit darf zudem die Heckpartie mit den beiden seitlich nach oben öffnenden Seitenscheiben gelten. Sie erinnern geöffnet an die Türen des Mercedes-Benz 300 SL. Dieses Detail wies allerdings auch schon das Vorbild aus den 70ern auf. Allerdings sind sie beim neuen Fahrzeug elektronisch betrieben, um nahezu lautlos zu öffnen und zu schließen. Zwischen den LED-Scheinwerfern erstreckt sich ein orangefarbenes Element, das ebenfalls an den Shooting Brake auf Basis des 365 GTB/4 erinnert.
Ebenfalls neu gestaltet präsentiert sich das Cockpit des Shooting Brake. Während im 599 GTB die Instrumentierung hinter dem Lenkrad sitzt, wanderte die komplette Anzeige-Einheit hier in die Mitte des Armaturenbretts. Ob dieser Kundenwunsch eine bessere Ablesbarkeit gewährleistet, darf bezweifelt werden. Zudem entfallen durch diesen Umbau die mittleren Belüftungsdüsen. Interessanterweise entschied sich der neue Fahrzeugbesitzer für einen 599 GTB mit dem automatisierten F1-Getriebe und verzichtete auf den inzwischen relativ populären Umbau auf ein manuelles Sechsgang-Getriebe. Das Leder im Farbton Cognac zeigt auf den Sitzmittelbahnen eine Diamantsteppung.
Bilder: Niels van Roij Design















