Nach einer langen Stille meldet sich endlich die kleine Sportwagenmanufaktur Wiesmann aus Dülmen bei Coesfeld im Münsterland wieder zu Wort. Und das tatsächlich im Rahmen der Monterey Car Week in den USA, obwohl bisher kein Wiesmann-Modell in den Vereinigten Staaten zulassungsfähig war. Mit dem MF5 Tributo debütiert dort eine Neuauflage des MF5 Roadster, allerdings mit vielen Fragezeichen und nur in einer homöopathischen Auflage von lediglich fünf Fahrzeugen.
Optisch hat sich am MF5 Tributo im Vergleich zum bis 2013 gefertigten MF5 Roadster erst einmal nicht viel verändert. Die Roadster-Variante stellte damals die Speerspitze im Wiesmann-Modellprogramm dar. Ursprünglich präsentiert mit dem V10-Hochdrehzahlmotor aus dem BMW M5 und M6 wechselte die Manufaktur nach der Einstellung der Technikspender auf einen 4,4 Liter großen V8-Biturbomotor von BMW mit 555 PS. Und genau hier entsteht das erste Fragezeichen beim MF5 Tributo. Zur verwendeten Technik gibt es nämlich bislang keinerlei Angaben. Sicher ist nur, dass beide erwähnten Motoren heute keine Neuzulassung mehr aufgrund ihrer Abgaseinstufungen erhalten. Ein anderes Fragezeichen wird vermutlich durch die Kleinstserie von lediglich fünf Exemplaren ausgeräumt, nämlich das nach der Zulassungsfähigkeit in Sachen Crashsicherheit. Da sich optisch keine Modifikationen zeigen, darf man davon ausgehen, dass das heutige Wiesmann-Team nicht viel am Rohrrahmenchassis des MF5 verändert hat. Interessenten können auf der Wiesmann-Webseite gegen eine Einzahlung von 3.000 Euro einen Bauslot anfragen. Ob gegenwärtig noch einer der fünf Slots offen ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Ebenso gibt es keinerlei Angaben über den Grundpreis, die Konfigurationsmöglichkeiten oder den geschätzten Liefertermin. Aber damit reiht sich das Projekt MF5 Tributo ins bestehende Dilemma der aufgekauften Marke Wiesmann ein. Unter der neuen Leitung gab es bislang nur Versprechungen wie das Project Thunderbolt, aber nur wenige zählbare Ergebnisse. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und gerade ich als langjähriger Fan wünsche der Marke, dass sie wieder auferstehen darf.
Bilder: Wiesmann




