Koenigsegg CCGT1

Nachdem der CC850 als Straßensportwagen eine Hommage an das erste Koenigsegg-Serienfahrzeug, den CC8S, darstellte, folgt nun auf der Monterey Car Week ein automobiles Denkmal an den CCGT. Mit diesem Rennwagen wollte die kleine schwedische Firma Anfang der 2000er Jahre in die GT1-Kategorie der FIA-GT-Serie einsteigen. Letztlich kam man wenige Monate zu spät und scheiterte an einer Reform der Regularien. Der neue CCGT1 ist ein straßentaugliches Megacar, das auf Wunsch mit einem Track Package aufgerüstet werden kann.

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Um den neuen CCGT1 richtig verstehen zu können, müssen wir die Zeit kurz um rund 30 Jahre zurückdrehen. Firmengründer Christian von Koenigsegg träumte über einen langen Zeitraum hinweg von seinem eigenen Supersportwagen. Diesen zeichnete und entwickelte er selbst in seiner Freizeit als Unternehmer. Hierfür hatte er extra die damals gültigen Regelbücher der Motorsportbehörde FIA beschafft, um die Maximalmaße der GT1-Kategorie zu studieren und an seinem Fahrzeug passend umzusetzen. Somit passten die ersten Modellreihen, die schließlich Anfang des neuen Jahrtausends in Serienfertigung gingen – der CC8S und danach der CCR – tatsächlich in die vom GT1-Regelwerk geforderten Dimensionen. Als mit diesen Autos erstes Geld in die Firmenkasse gespült wurde, begann tatsächlich das Projekt, einen Rennwagen zu entwickeln, der den Namen CCGT erhielt. Gemeinsam mit dem legendären Koenigsegg-Ingenieur Dag Bölenius entstand eine GT1-Version, die rund 100 Kilogramm unterhalb des Mindestgewichtes von 1.100 Kilogramm lag. Damit war der Einbau von Ballastgewichten an strategisch sinnvollen Stellen möglich. Zudem entwickelte man eine fünf Liter große Variante des V8-Triebwerks, das für den Renneinsatz ohne die in den damaligen Serienautos verbaute Kompressoraufladung bereits auf rund 600 PS kam. Mehr erlaubten die Regularien eh nicht. Addiert man nun noch ein verstellbares Rennfahrwerk, ein sequenzielles Getriebe mit Magnesiumgehäuse und Aerodynamikanbauteile, die bei hohen Geschwindigkeiten bis zu 600 Kilogramm Anpressdruck liefern, so wirkt der CCGT durchaus konkurrenzfähig. Diesen Fakt untermauerten erste Testfahrten mit dem Rennfahrer Loris Bicocchi. Doch dann kam es dazu, dass die FIA für die Rennsaison 2008 für die GT1-Kategorie eine Mindestanzahl produzierter Straßensportwagen einführte, die von Koenigsegg nicht zu erreichen war. Der einzige jemals gebaute CCGT konnte sich also nie unter Wettbewerbsbedingungen unter Beweis stellen, wurde an einen Kunden verkauft und jüngst für den inzwischen zweiten privaten Besitzer im Werk umfassend restauriert. In Kürze soll er im Rahmen von Veranstaltungen mit Rennen für historische GT1-Wagen endlich gegen die damaligen Konkurrenten antreten.

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Nun zurück in die Gegenwart und zur Monterey Car Week in Kalifornien. Basierend auf dem längst ausverkauften CC850, den die Firma ihrem Chef zum 50. Geburtstag widmete, entstand nun der CCGT1. Obwohl der Wagen optisch unmissverständliche Zitate vom GT1-Rennwagen mitbringt, ist er komplett zulassungsfähig ausgelegt. Allerdings bietet Koenigsegg erstmals ein optionales Track Package an, durch das der CCGT1 auf der Rennstrecke umso mehr performen kann. Das Paket enthält neben Slick-Reifen einen Überrollkäfig, eine Wagenheberanlage, Rennsitze mit Sechspunktgurten, eine Datenaufzeichnung und weitere Goodies wie beispielsweise eine Feuerlöscheinrichtung. Kunden, die das Track Package bestellen, werden mit ihrem CCGT1 zukünftig zu exklusiven Rennstreckenveranstaltungen eingeladen, um ihre Fahrzeuge ans Limit treiben zu können. Dank eines neu gestalteten Heckflügels, der aktiv um 30 Grad geneigt werden kann und auch als Luftbremse fungiert, bietet der CCGT1 bereits in der straßentauglichen Version bei 250 km/h bis zu 800 Kilogramm Anpressdruck – mehr als der Jesko Attack. Ein charakteristisches Detail von jedem zweisitzigen Koenigsegg-Modell war bisher das abnehmbare Carbon-Dach. Dieses findet auch beim CCGT1 Gebrauch, lässt sich jedoch aufgrund der vorn verbauten Kühler und des am Dach montierten Lufteinlasses nicht unter der vorderen Haube verstauen.

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Hinter den Passagieren werkelt der bekannte V8-Biturbomotor, der mit normalem Kraftstoff 1.280 PS bereitstellt. Wenn E85, also Benzin mit einem Anteil von 85 Prozent Bio-Ethanol, getankt wird, steigt dieser Wert auf 1.600 PS. Die Kraftübertragung auf die Hinterräder übernimmt das bereits aus dem Jesko und dem CC850 bekannte Light-Speed-Getriebe mit neun Vorwärtsgängen. Auf Wunsch ist wie im CC850 eine manuelle Schaltkulisse für sechs Gänge erhältlich, die je nach angewähltem Fahrmodus aus den neun verfügbaren ausgewählt werden. Das Kupplungspedal zum Anfahren ist hingegen Serienausstattung.

Für die Karosserie präsentiert Koenigsegg mit dem CCGT1 ‚Ghost Fibre‘, ein weißes Sichtcarbon. Bereits im Jahr 2009 hatten die Schweden mit dem ‚Trevita‘-Programm versucht, Sichtcarbon in heller Farbe herzustellen und waren bei silber gelandet. Allerdings erwies sich die Herstellung damals als äußerst schwierig und kostspielig, weshalb es letztlich bei nur zwei jemals gebauten Koenigsegg CCX Trevita in silbernem Sichtcarbon geblieben ist. Da es durchaus weitere Kundenanfragen zu dem Thema gab, forschte das Team hinter den Kulissen weiter und kann nun mit ‚Ghost Fibre‘ ein neues Ergebnis anbieten. Dabei ist es gelungen, nicht nur ein optisch schönes Ergebnis zu erreichen, sondern auch noch eine Verbesserung der Faserwirkung einfließen zu lassen. ‚Ghost Fibre‘ bietet Schutz vor ballistischen Geschossen und erhöht damit die Steifigkeit der jeweiligen Bauteile. Zudem erwies sich in Tests eine bessere Geräuschdämmung bei zugleich weniger Gewicht im Vergleich mit herkömmlichen Carbon-Bauteilen.

Koenigsegg limitierte den neuen CCGT1 wie bereits den CC850 auf lediglich 70 Exemplare. Zum Grundpreis machen die Schweden keinerlei Angabe, was daran liegen kann, dass alle Bauslots bereits vor der Weltpremiere vergeben waren.

Bilder: Koenigsegg