Dass hinter dem Eisernen Vorhang zu Zeiten des Kalten Krieges trotz oft vorherrschender Mangelwirtschaft an tollen neuen Fahrzeugkonzepten gearbeitet wurde, ist heutzutage durchaus einigen Experten bekannt. Allerdings verblüffen hin und wieder dann doch noch die jeweiligen Gestaltungen und Kooperationen, die über das Gebiet der sowjetisch-kontrollierten Länder teils weit hinausreichte. So arbeitete der tschechische Hersteller Škoda beispielsweise bereits Ende der 1960er Jahre mit dem italienischen Designer Giorgetto Giugiaro und dessen Firma Italdesign zusammen.
Bei Škoda stand zu dieser Zeit die Ablösung des 1000 MB und 1100 MB zur Debatte. Eine neue Mittelklasselimousine sollte sowohl in den östlichen Ländern als auch auf dem wichtigen Westmarkt Käuferschichten erreichen. Einen ersten Prototypen des intern Typ 720 genannten Wagens stellte Italdesign im August 1969 fertig. Weitere baugleiche Prototypen folgten, ehe das Projekt zugunsten des kleineren Škoda 100 aufgegeben wurde. Erst rund sieben Jahre später gelangten einige gestalterische Elemente des 720 mit dem neuen Škoda Typ 742, der als 105, 120, 125 und 130 angeboten wurde, in die Serienfertigung. Allerdings verfügte dieses Fahrzeug der Unteren Mittelklasse im Vergleich zum 720 über einen Heckmotor und Hinterradantrieb anstelle vom vorn eingebauten Vierzylindertriebwerk und Frontantrieb. Im Škoda Museum in Mladá Boleslav zeugt der Prototyp OP-1 von der schlichten Eleganz des Typ 720.
Bilder: Škoda









