Als zweites Fahrzeug von Mercedes Mythos debütiert heute der Mercedes-AMG CLE 646 Spezialanfertigung. Bereits vor einigen Monaten hatten die Schwaben dieses Sportcoupé durch gezielt veröffentlichte Erlkönigbilder selbst angekündigt. Nun ist das mit Flügeln bewaffnete Fahrzeug auf der Basis des sonst eher biederen CLE erstmals öffentlich zu sehen – und zugleich macht AMG bekannt, dass bereits vor dem Debüt alle 30 geplanten Exemplare verkauft werden konnten.
Der CLE 646 Spezialanfertigung setzt da an, wo einst der 190 E Evo II, der CLK DTM AMG oder die unterschiedlichen Black Series-Modelle aufgehört haben. Allerdings setzt er allem noch die Krone der absoluten Exklusivität auf. Selbst vom CLK DTM gab es mehr als dreimal soviele Fahrzeuge. Unter der Motorhaube werkelt der bekannte V8-Biturbomotor, der hier aus vier Litern Hubraum die namensgebenden 646 PS schöpft. Hinzu kommt ein maximales Drehmoment in Höhe von 850 Newtonmetern, das über ein Neungang-Sportautomatikgetriebe auf die Hinterräder gelangt. Zur Gewichtsreduzierung verzichtet AMG auf den sonst üblichen Allradantrieb. Gegenüber dem normalen CLE 53 sollen rund 170 Kilogramm weniger zu Buche stehen. Zudem entwickelt der Achtzylinder dank einer Akrapovic-Abgasanlage eine ordentliche Soundkulisse. Im Datenblatt finden sich noch ein paar weitere beeindruckende Zahlen: Spurt aus dem Stand auf 100 in 3,9 Sekunden, auf 200 in 11,4 Sekunden und auf 300 in 36,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 310 km/h.
Für bestmögliche Fahrdynamik auch auf kurvigem Geläuf erhält der CLE 646 Spezialanfertigung ein gemeinsam mit KW entwickeltes Sportfahrwerk mit Gewindeverstellung und vierfach einstellbaren Dämpfern. Keramikbremsen mit vorn 420 und hinten 360 Millimeter großen Bremsscheiben sorgen für die nötigen Verzögerungswerte. Doch die augenscheinlichsten Veränderungen betreffen die Karosserie der Spezialanfertigung. Im Vergleich mit dem Serien-CLE sorgen Carbon-Anbauteile für eine Verbreiterung um insgesamt 61 Millimeter. Die Frontschürze schnüffelt mit ihrem weit herunter gezogenen Lufteinlass gefährlich nah am Asphalt. Sie integriert jedoch auch eine Spoilerlippe und seitlich hochgezogene Flics. Auch die Seitenschweller wurden verbreitert und am Heck findet sich neben einem Diffusoreinsatz in der Heckschürze, der die Auspuffrohre übereinander gestapelt hinterlässt, auch ein riesiger Flügel mit verstellbarem Blatt. Bei Höchstgeschwindigkeit sollen rund 250 Kilogramm Anpressdruck generiert werden.
Die bereits erwähnte Gewichtsreduzierung resultiert nicht nur aus Kohlefaserbauteilen an der Karosserie und dem Wegfall des Allradantriebs, sondern auch aus Maßnahmen im Interieur. So entfällt die zweite Sitzreihe, reichlich Akustikdämmung und die Mehrzahl der Assistenzsysteme nebst Sensoren. Zudem kommt nur eine vergleichsweise einfache Soundanlage zum Einsatz. Addiert man Schalensitze mit Sechspunktgurten (letztere kommen mit dem optionalen Performance-Paket) für Fahrer und Beifahrer, Kohlefaser-Türverkleidungen, Polycarbonat-Scheiben seitlich hinten und am Heck sowie einen serienmäßigen Überrollbügel, so landet das Leergewicht am Ende bei rund 1.830 Kilogramm. Ein Leichtgewicht ist die Spezialanfertigung somit leider nicht. Das Präsentationsfahrzeug zeigt eine Verlaufslackierung von ‚Mojave Silber Magno‘ vorn auf ‚Obsidianschwarz Magno‘ am Heck. Zum Preis wurden keine näheren Angaben gemacht.
Bilder: Mercedes-AMG














