Wer in den 1990er Jahren Motorsportfan war, wird sich bis heute an die letzten Jahre der DTM erinnern. Die sogenannten Klasse-1-Boliden trieben zwar auf der einen Seite die Kosten in ungeahnte Höhen, konnten auf der anderen Seite aber viele Fans begeistern. Neben Mercedes-Benz, BMW und Opel gab es auch die italienischen Fahrzeuge vom Typ Alfa Romeo 155 V6 TI, die ab 1993 um Siege mitfuhren. Angelehnt an dieser Optik bringt SGT Automobili nun eine streng limitierte Sportlimousine auf den Markt, die es in den Varianten „Stradale“ und „Trofeo“ geben soll.
Während die Optik als glasklare Hommage an den Alfa Romeo 155 V6 TI aus der DTM und ITC zu erkennen ist, herrscht über das Fahrgestell unterhalb der Carbon-Karosserie ein wenig Rätselraten. Laut SGT Automobili nutzt man eine „der besten jemals entwickelten Automobilarchitekturen“. Vermutlich spielt man damit auf die Giorgio-Plattform an, die Alfa Romeo für die aktuelle Giulia und den Stelvio nutzt. Darauf bauen die Italiener ein verwindungssteifes Monocoque auf und verwenden dabei sowohl hochfesten Stahl, als auch Aluminium, Kevlar und Kohlefaser sowie Carbotitan. Die Optik schuf Designchef Emanuele Bomboi, der sich gezielt an der DTM-Variante aus dem Jahr 1996 orientierte, deren Design aber in die aktuelle Zeit transferierte. Scheinwerfer und LED-Rückleuchten zitieren klar das Vorbild. Die Dachpartie über den beiden vorderen Türen (die hinteren sind nur angedeutet) verläuft hingegen deutlich kurviger als beim 155.
Unter der Motorhaube verbirgt sich das 2,9 Liter große V6-Biturbotriebwerk, das Fans aus der aktuellen Giulia Quadrifoglio kennen. SGT sorgt mittels drei vom Cockpit anwählbarer Kennfelder für 520, 560 oder sogar 620 PS. Kunden, die sich für die um rund 100 Kilogramm leichtere Trofeo-Variante entscheiden, erhalten zudem einige Motormodifikationen wie geschmiedete Kolben und Pleuel sowie ein überarbeitetes Ladersystem. Resultat: bis zu 750 PS und 800 Newtonmeter Drehmoment. So oder so übernimmt ein verstärktes Achtgang-Automatikgetriebe mit Schaltwippen am Lenkrad die Kraftübertragung auf den eigens entwickelten mechanischen Allradantrieb. Ein Schalter im Interieur erlaubt die Verstellung der Kraftverteilung von 50:50 zwischen den Achsen bis hin zu einem reinen Driftmodus, bei dem die volle Motorleistung einzig an die Hinterräder gelangt. Auch das Fahrwerk ist komplett einstellbar.
Innen gibt es nur Platz für maximal zwei Insassen. Diese nehmen auf Clubsportsitzen Platz und werden mittels Fünfpunktgurten mit dem Fahrzeug verbunden. Bei der Gestaltung des Armaturenbretts durfte erneut der Alfa Romeo 155 V6 TI DTM Pate stehen. Anstelle des heute üblichen Displays in der Mittelkonsole gibt es hier einen Bedienturm in Carbon mit Schaltern aus echtem Aluminium.
Zum Grundpreis und der voraussichtlichen Verfügbarkeit erster Kundenautos machte SGT noch keine Angaben. Dafür ist jedoch klar, dass maximal 55 Exemplare entstehen sollen.
Bilder: SGT Automobili












